Freestyle-Urlaub 2010: Die ITB-Trends für Kinder und Familien
Einmal um die Welt und sich dabei noch was anschauen, dafür reichen natürlich keine zwei Tage. Die weltgrößte Tourismusmesse ITB in Berlin gönnt sich deshalb auch drei Fachbesucher- und zwei Publikumstage jedes Jahr im März. Bei meinem Besuch dort letzten Donnerstag und Freitag musste ich rigoros eine Menge schöner Themen und Aussteller auslassen, sonst wäre aus dem Vielen am Ende nichts Richtiges geworden. Starten wir also dort, wo eine Reise immer anfängt: vor der Haustür.
Oder genauer gesagt in McPom. So nennt der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern sehr ungezwungen mittlerweile sein Angebot für Kinder- und Jugendreisen. Am Messestand versichert mir ein Biologie-Pädagoge und Angestellter des Müritzeums, dass MV mittlerweile Bayern als erfolgreichstes Urlaubs-Bundesland überholt hat, was die Anzahl der belegten Betten im letzten Jahr angeht. Ich habe keine Quelle dafür gefunden, aber fest steht: Die Ostsee mit der Insel Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte sind enorm attraktive Ziele für jede Altersgruppe, mit einem großen Angebot für Kinder und Familien, sowie für Schulklassen und Ferienfreizeiten. Wo es viel Wasser, große Wiesen, Tiere zum Anfassen gibt und alte Schlösser stehen, trifft man auf staunende und frohe Kindergesichter. Und Staunen ist nunmal das halbe Leben (oder zumindest die erste Hälfte der ersten Hälfte). Der Prospekt “Urlaub mit Kind und Kegel” geht genau auf die für Kinder wichtigen Bedürfnisse im Urlaub ein: Strand, Abenteuer, viel Platz, Entdecken – und für die Eltern eine Prise Wellness und Schlemmen. Das sind alles Argumente, die jede deutsche Urlaubsregion in seinem Prospekt doppelt unterstreicht. Doch für einen überzeugten Mittelmeerurlauber und Wahlbayer wie mich braucht es schon etwas mehr. Wahrscheinlich müssen wir uns mal selbst auf den Weg machen, um die Versprechungen aus den Prospekten zu verifizieren.

Freistil auf dem Sonnendeck
Ein großes Reisesegment, das seit Jahren an einem Image-Wandel bastelt, ist die Abteilung “Cruises”, also Kreuzfahrten. Wir selbst haben für die nächste Saison bereits eine Woche auf einer dieser Glücksarchen gebucht, um das einfach mal auszuprobieren. Keiner meiner Freunde hat mich in der ersten Sekunde dazu beglückwünscht, die meisten haben skeptisch nachgefragt, ob wir das ernst meinen. Das Phänomen habe ich mir in Berlin von einer freundlichen Dame aus dem Marketing von Norwegian Cruise Line (NCL) erklären lassen: “Viele Europäer haben beim Stichwort Kreuzfahrt immer noch die Titanic im Kopf. In den USA hat im letzen Jahr jeder zweite seinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht, hier nur jeder neunte.” Wieder eine Zahl für die ich keine Quellen finde. Aber jetzt denke ich an gut betuchte, ältere Amerikaner. Irrtum: “Das Durchschnittsalter auf unseren Schiffen liegt bei 45 Jahren. Wenn wir im Sommer im Mittelmeer unterwegs sind, dann sind natürlich noch mehr Kinder an Bord.” Und für die wird Einiges geboten: Die Betreuung auf den Schiffen ist nach Altersgruppen gestaffelt (2-5, 6-9, 10-12 und Teenager). Und zum Austoben gibt es eine Bowlingbahn, Kinderpool mit Wasserrutsche, eine Outdoor-Kletterwand 14 Decks über dem Meer sowie Kino, Theater, Basketball- und Volleyballfeld, um mal nur die für die Kids interessanten Enrichtungen zu nennen. Und man weiß schon im Vorfeld über die Website, wie anstrengend und familientauglich die jeweiligen Landausflüge ausfallen.
“Das Leben an Bord ist schon sehr amerikanisch geprägt, NCL gehört schon lange einem US-Unternehmen, das Personal an Bord spricht englisch, doch es gibt auch einen deutschprachigen Gästeservice. Wir unterscheiden uns von anderen Anbietern durch unser Freestyle-Konzept. Das heißt, es gibt keine festen Tischzeiten oder Tische in den Restaurants. Essen kann man abends wann man will zwischen halb sechs und halb zehn, und dann auch in zwei verschiedenen Restaurants hintereinander, wenn man möchte. Es gibt zwei Buffet- und Hauptrestaurants und dann noch Spezialitätenrestaurants gegen Bezahlung” (Steakhouse, japanische Küche, Showkochen, etc.). Nach dem Motto “Casual Resort” gibt es keinen Dresscode in den Restaurants und Clubs an Bord, nur “Empfehlungen”.
Auf dem Kreuzfahrtschiff (keins von NCL), dass uns im Frühjahr ans Mittelmeer bringt, gibt es bestimmt jeden Tag Punkt 19 Uhr eine hungrige Menschenschlange am Buffet und Frühstück nur zwischen 6 und halb 10, so wie es sich für einen europäischen Veranstalter gehört. Ein bisschen Freestyle fände ich im Urlaub eigentlich gar nicht verkehrt.
Kinderreisen ohne Eltern
Ruf Jugendreisen ist “die Nr. 1 als Reiseveranstalter für Kinder- und Jugendreisen”. Das Unternehmen blickt auf 28 Jahre Erfahrung in dem Segment. Los geht es ab 8 Jahren, wenn sich ein Kind auch ohne die Eltern im Hintergrund wohl fühlt. Das Erlebnis Ferienfreizeit, Sommercamp oder wie immer man es nennen möchte, wird von Ruf in viele Richtungen abgewandelt: Es gibt Handballcamps (10-16 Jahre), ein Festival-Camp (ab 12) oder das Englisch-Sprachcamp (9-13 Jahre) im Ruf Kinderhotel. Eine Ferienfreizeit ist übrigens auch eine gute Übung für die Eltern, um zu sehen, wie sehr man seine Kinder gehen lassen kann, wenn es drauf ankommt – und wie geübt man noch ist, die Zeit mit seinem Partner und ohne Kinder zu verbringen. Ab einem gewissen Alter ist so ein Camp eine große Erfahrung für die Persönlichkeitsbildung der Kleinen, und natürlich eine Riesengaudi.
Weitere Trends von der ITB 2010 haben die Kollegen von stern.de gesammelt.
Kommentare (2)
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Mach weiter so, Carolyne Aldape
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