Der Apfel ist vom Tisch – Obstbäume für alle!

ApfelernteAnfang Oktober hatte das Statistische Bundesamt eine “Apfelernte von 970 000 Tonnen im Jahr 2009 erwartet. Seit der Erfassung der Ernteerträge in Tonnen je Hektar 1993 wurden nur in den Jahren 2000, 2007 und 2008 höhere Hektarerträge erzielt.” Die brauchen wir auch, denn in Deutschland werden durchschnittlich pro Kopf jedes Jahr 17 kg Äpfel verzehrt. Damit diese Zahl nicht noch unnötig steigt, haben sich die Bundesländer entschlossen, den täglichen Gratis-Bioapfel für Schüler in Deutschland nicht einzuführen. Viel zu teuer! Könnte sich ja am Ende jeder bedienen, meinte auch die FAZ gestern. Äpfel für alle, so weit kommt’s noch.

Ich muss beichten, dass mir die Kostenloskultur bei Äpfeln (nicht Apple!) gar nicht fremd ist. In meiner Kindheit hatte ich Zugriff auf viele Obstbäume. Sie lehrten einen das Klettern und dass man mit Höhenangst hungrig blieb. Kirschen, Mirabellen, Zwetschgen und Äpfel, hart, weich, süß und sauer, machten mich mit meinen ersten Bauchschmerzen bekannt und mit dem Geschmack von Würmern. Ich glaube, die Menge an Obst pro Jahr, die ich mir damals zugeführt habe, wird in Deutschland nie mehr erreicht werden. Von der Bewegung ganz zu schweigen. Warum also nicht Obstbäume auf Schulhöfen? Die Kosten wären sicher niedriger als täglich die Logistik anzustrengen, das Obst kistenweise heranzuschaffen. Außerdem kämen auch Stadtkinder mal in den Genuß, zur Nachrungsbeschaffung auf Bäume zu klettern. Und wenn gerade mal keine Ernte ansteht, dann würde man sie je nach Saison schmücken und andere Leckereien an die Äste hängen.

Die Unfallgefahr? Ja, die ist enorm. Ich selbst bin zwei mal aus großer Höhe runtergerauscht, üble Sache. Ich glaube, meine Skoliose kommt daher. Und das können wir uns nicht leisten bei dem katastrophalen Zustand unseres Gesundheitssystems, das ist wahr.


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About the Author

Wohnt bei München und beobachtet die Bewohner des Speckgürtels. Seine beiden Kinder gehen mittlerweile gerne in die Schule, haben aber noch nicht ganz verstanden, was ihr Vater arbeitet.