Operation Stelzenhaus (1): Erde ist härter als Sand
In unserem überschaubaren Reihenmittelhausgarten war noch eine Ecke frei. Groß genug, um einen Kindertraum zu erfüllen: das eigene Haus aus Holz, mindestens 1,50 m über dem Erdboden, damit die Erwachsenen sich richtig schinden müssen um einzusteigen. Für ein Baumhaus fehlte ein starker Baum auf dem Grundstück, deshalb hier eine Bauanleitung in mehreren Teilen für ein Stelzenhaus. Fortsetzungen folgen vorraussichtlich in Abständen von einer Woche, hängt aber vom Wetter ab.

Tag 1: Löcher graben und Pfostenträger einzementieren
Samstags zum Baumarkt zu fahren läuft bei manchen Leuten unter Entspannung, nicht bei mir. Dem ersten Mann im orangefarbenen Hemd, den ich sehe, stelle ich drei gezielte Fragen und bekomme auch drei recht präzise Antworten. Ich brauche:
- vier Pfostenträger
- vier Säcke Montagezement
- acht Rechteckleisten zu je 50 cm
Zur Freude der Kinder liegt im Gang ein ausgeweideter Sack Zement, ideal um sich schnell einzustauben. Vier Gebinde “Setz-Fix” à 25 Kilo landen auf dem Wagen, dann geht es weiter in die Holzabteilung. Der Mann an der Kreissäge schneidet mir zwei lange Rechteckleisten in mehrere 50 cm große Teile. Im Außenbereich bekomme ich die letzten vier Pfostenträger mit ca. 70 mm Durchmesser. Alles zusammen kostet 51,10 Euro. Mehr Material brauche ich heute nicht, Phase 1 hat es nämlich in sich.

Meine kleinen Assistentinnen helfen mir prächtig beim Ausheben der vier Löcher für die Eckpfosten – bis sie merken, dass Erde härter ist als Sand. Und unsere Gartenerde trägt dazu noch große runde Steine und ordentlich dicke Wurzeln in sich. Ab einer Tiefe von 30 cm stoßen wir auf Bauschutt aus den 70er Jahren. Weiter wollen wir aber auch nicht runter.

Der Montagebeton ist ein wunderbares Produkt der Gegenwart, denn er verspricht: “kein Mischen erforderlich, einfach Pulver mit Wasser benetzen”. Auf dem Sack abgebildet ist ein Pfostenträger im Zementbad, das ganz entspannt per Gießkanne befeuchtet wird. Ich ignoriere bei zwei Löchern vollkommen, dass man das Gemisch nur bis 20 cm hoch einschütten soll. In blanker Panik verrühre ich den Zement mit bloßen Händen, im Nu kommen mir zwei Kinderhände zu Hilfe. Die Suppe in Loch Nummer drei und vier ist vielleicht eine Spur zu flüssig. Die vier Säcke aber sind aufgebraucht, wird schon halten. Bevor der Mörtel fest wird, habe ich die Pfostenträger jeweils zwischen zwei Leisten in den Beton gehängt und ins Lot gebracht. Bis zum nächsten Wochenende ist alles schön durchgetrocknet.

Abends kommt mir der Gedanke, dass zwei zusätzliche Pfosten an den langen Seiten (ca. 1,93 m) vielleicht noch mehr Stabilität bringen würden. Damit ist auch der kommende Samstag mit Graben und Rühren verplant. Der nächste Post kommt, wenn die Pfosten montiert werden.
Ihr würdet das ganz anders anpacken? Glaub ich gerne, Kommentare willkommen.
Operation Stelzenhaus (2): Pi mal Daumen hoch zwei
Kommentare (5)
Was macht das Stelzenhaus? Schon aufgegeben?
Wir machen große Fortschritte! In den nächsten Tagen gibt’s ein update
Hallo, Leidensgefährte, wir bauen auch ein Stelzenhaus. Allerdings haben wir bis jetzt 4 Balken á 3 Meter 60 cm tief im Garten einbetoniert, statt rechter Winkel benutzen wir viel Gefühl und Diskussion (unser Sohn ist elf Jahre alt…). Alles weitere soll genau so Pi mal Daumen gebaut werden. Erste Verletzungen wurden schon verarztet. Viele Grüße!
Neuer Stelzenhaus-Post ist online: http://www.familyvalues.de/2009/08/04/operation-stelzenhaus-2-pi-mal-daumen-hoch-zwei/
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