Amerikanischer Verbraucherschutz räumt Kinderzimmer auf
Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission (CPSC) verbietet zukünftig Blei und Kunststoffweichmacher in Spielzeug und anderen Erzeugnissen für Kinder bis 12 Jahren und sieht bei Verstößen drastisch erhöhte Strafen vor. Der Consumer Product Safety Improvement Act (CPSIA) betrifft mehr als 15.000 Verbrauchsgüter aus den Bereichen Haushalt, Sport, Freizeit und Schule. Das hört sich erst einmal sehr vernünftig an, die neuen Bestimmungen werden aber in den Einzelhandel der USA gewaltig einschlagen und die amerikanischen Kinder eventuell um eine Menge Spielzeug und Kleidung bringen.
Das Gesetzt sieht folgendes vor: Alle Produkte, die für Kinder im Alter bis und einschließlich 12 Jahren hergestellt und angeboten werden, müssen nachweislich von einem zugelassenen unabhängigen Labor auf Blei und Kunststoffweichmacher überprüft werden. Also nicht nur verdächtige, sondern schlicht und einfach (fast) alle. Dabei wird jedes Teil der Ware einzeln getestet. Bei einem Kindersweater also nicht nur der Stoff, sondern auch Knöpfe, Reißverschluss, Etikett, Aufnäher usw. Der Test kann pro Produkt um die 1000 US-Dollar kosten. Das ist für zigtausend kleine Firmen, aber auch für Verkäufer von 2nd-Hand-Ware, nicht bezahlbar.
Das Angebot an in kleinen Werkstätten handgefertigter Ware wird dadurch genauso verschwinden wie viele Regalreihen im Einzelhandel, die ab 10. Februar leergeräumt werden müssen. Eine Menge Ebay-Shops werden dicht machen müssen. Was hätten wir und viele andere Familien mit mehr als einem Kind ohne 2nd-Hand-Basare und Flohmärkte gemacht? Und was machen die anderen, wenn sie ihre gebrauchten Sachen so nicht mehr loswerden können? Basare und Flohmärkte gibt es in den USA auch. Vielleicht ist dort der Trend zur Neuware ausgeprägter, aber eine Alternative ist für viele Menschen sicher notwendig.
Der Wahnsinn, dass sogar Leihbibliotheken ihr Angebot für Kinder hätten streichen müssen, ist vor ein paar Tagen noch einmal gekippt worden. Bücher fallen jetzt nicht mehr unter die Überprüfungspflicht, solange sie nicht irgendwelche verdächtigen Anhänger oder Aufsätze haben. Aber werden viele Bücher nicht mit bleihaltigen Metallheftklammern zusammen gehalten? Für viele deutsche Exporteure verschärft sich die Situation natürlich auch. Am Ende verdünnt sich die Produktflut in amerikanischen Haushalten vielleicht kurzfristig etwas, wird dann aber langfristig von nur ein paar großen Herstellern bestimmt werden, die sich das neue Gesetz leisten können.
(via Forbes und Presseecho)
Kommentare (3)
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe auf meiner obigen HP einige amerikanische Paidmailer, die mir bei der Anmeldung versichert haben, daß sie bei Erreichen der Auszahlungsgrenze den Betrag auszahlen.
Bei unseren deutschen Paidmailern ist es eine Selbstverständlichkeit, daß bei Erreichen der AZ-Grenze ausgezahlt wird.
Keiner von den Amerikanern hat bisher gezahlt und seit ich die AZ Grenze erreicht habe, antworten sie auch nicht mehr. Schicken mir aber laufend weiterhin die Paidmails. Das nennt man Betrug.
Wo kann man solche Fälle melden ?
Es handelt sich um die Amerikaner:
Depacco, Cashmails.org., Cashmailz.com, Promails.com, massiveptr.com und Instantptr.com.
Bei all diesen hatte ich die AZ-Grenze erreicht aber keiner zahlt.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir dabei mal behilflich sein könnten.
Mit freundlichen Grüssen
Rosemarie Stolle
Ich muss zugeben, bis ich mich vorhin bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Paidmail) darüber informiert habe, wusste ich gar nicht, dass es so etwas wie Paidmailer gibt. Dort steht u.a., dass der Markt ziemlich voll mit Anbietern ist. ich kann mir vorstellen, dass davon einige nicht mit fairen Mitteln arbeiten. Ehrlich gesagt, eine seltsame Art Geld zu verdienen. Würde mir nicht gefallen.
Wahrlich nettes Template!